Mittwoch, 25. April 2012

Ding packt ein

Ryan Day in Feierlaune
Und da war es wieder - das Zucken im linken Auge des chinesischen Vorzeigespielers Ding Junhui auf dem quälenden Stuhl, zum Zuschauen verdammt. 1. Runde Weltmeisterschaft beim Stande von 9:9, Ding in den Bällen, 38 Punkte vor, einfache Rote auf die Ecktasche - daneben. Daneben? Das Zucken im Auge Junhuis wird mit jedem Ball stärker, den Ryan Day in den Taschen des Snookertisches verschwinden lässt. Ein 64er Break des Walisers beendet dann auch die letzte Hoffnung Junhuis in die nächste Runde der Weltmeisterschaft einzuziehen. Mit hängenden Schultern verlässt Junhui das Theater in Sheffield und die chinesische Armada ist um einen Kämpfer kleiner.

Die erste Runde ist beinahe beendet, hier zur Übersicht die einzelnen Ergebnisse (die Sieger der einzelnen Pärchen spielen in der 2. Runde gegeneinander):

Ergebnisse 1. Runde (Endstand):
John Higgins - Liang Wenbo 10:9
Stuart Bingham - Stephen Hendry 4:10

Graeme Dott - Joe Perry 1:10
Stephen Maguire - Luca Brecel 10:5

Shaun Murphy - Jamie Jones 8:10
Stephen Lee - Andrew Higginson 6:10

Allister Carter - Mark Davis 10:2
Judd Trump - Dominic Dale 10:7

Mark Williams - Liu Chang 10:6
Ronnie O'Sullivan - Peter Ebdon 10:4

Martin Gould - David Gilbert 8:10
Neil Robertson - Ken Doherty 10:4

Ding Junhui - Ryan Day 9:10
Mark Allen - Cao Yupeng 6:10

Matthew Stevens - Marco Fu 10:3
Mark Selby - Barry Hawkins 3:10

Mark Allen will sich ändern

Nach dem Verlust der ersten Runde bei den Weltmeisterschaft sind bei Mark Allen am vergangenen Sonntag die Pferde durchgegangen. Er beschuldigte seinen Gegner auf unfaires Verhalten am Snookertisch. Gestern nun hat sich der 26-jährige bei seinem Gegner Cao Yupeng öffentlich entschuldigt: "Ich habe die Linie des guten Benehmens übertreten. Durch den Verlust der ersten Runde hatte ich meine Emotionen nicht im Griff. Ich möchte mich hiermit bei Cao entschuldigen."

Auch bei World Snooker hat sich Allen entschuldigt, nachdem diese ihn mit einer Strafe von 1000 britischen Pfund belegt hatte. "Ich habe großen Respekt vor der harten Arbeit der Menschen, welche unseren Sport vorantreiben. Ich bin entsetzt darüber, dass mir vorgeworfen wird, ich wäre dem Sport schädlich" gab Mark Allen an. "In der nächsten Saison wird mein Verhalten neben dem Tisch genau so vorbildlich wie am Tisch sein" versprach der Nordire weiterhin. Einen Anfang hat er ja schon mit der Abmeldung seines Twitteraccounts gemacht. Über diesen hatte Allen seinen Unmut in alle Welt gepostet. Warten wir also ab, was die nächste Saison uns für einen Allen wiederbringt.

Montag, 23. April 2012

Stress im Crucible - Mark Allen in Lästerlaune

Mark Allen
Mark Allan, 26-jähriger Snookerprofi, ist bereits seit sechs Jahren ununterbrochen auf der Maintour und gehört derzeit zu den TOP-10 der Welt. Doch anscheinend ist der Nordire nicht gut auf die chinesischen Spieler auf der Tour zu sprechen. Oder der gestrige Ausrutscher auf der Pressekonferenz ist nur seinem Adrenalin zu schulden, welches er nach dem verlorenen Erstrundenmatch gegen den chinesichen Spieler Cao Yupeng ausschüttete. In dieser beschuldigte Allen, dass Yupeng einen Durchstoß in Frame 10 nicht selbst angezeigt hätte. "Ich finde das Verhalten des 21-jährigen Chinesen einfach ekelhaft." sagte Allen und stellte danach sogar die Sportlichkeit und Ehrlichkeit aller chinesischen Spieler auf der Tour in Frage. Bereits bei den World Open in China hat sich Mark Allen sehr abwertend über den Austragungsort Haikou geäußert und war vom Vorsitzenden der World Snooker Association, Barry Hearn, dafür gerügt worden. Im letzten Jahr besuchte er die Pressekonferenz der UK-Open mit einem Pflaster über dem Mund, als Protest dafür, dass ihm Barry Hearn den Mund verbot, als er seine Meinung über die Verkürzung der Spielziele bei den UK Open kundtat. Bei der gerade laufenden Weltmeisterschaft wird Allen nicht mehr über chinesische Spieler auf Pressekonferenzen lästern können - denn er ist ja bereits ausgeschieden.

Hier zur Pressekonferenz auf youtube: http://youtu.be/rkvqPWXaxOM

Dienstag, 17. April 2012

Das Crucible 2012 - Was man vorher wissen muss

1. Runde der WM: Ebdon gegen O'Sullivan
Am kommenden Samstag beginnt das große Spektakel im Crucible und für alle Snookerfans der TOP-Event des weltweiten Snookersports - die Weltmeisterschaft.
Vom 21. April an bis zur finalen Session am 7. Mai treffen sich die besten Sportler der diesjährigen Profisaison, um in dem ehrwürdigen Crucible Theater ihren Weltmeister zu finden.
Was ist aus Sicht der Snookerfans vor Beginn des Turniers zu wissen, damit man sich am heimischen Trainingstisch im Gespräch mit seinen Vereinskollegen nicht blamiert?
  • Das Preisgeld beträgt knapp 1,4 Millionen Euro, davon über 300.000 Euro für den Sieger.
  • Der amtierende Weltmeister ist John Higgins (er gewann das Finale im letzten Jahr gegen Judd Trump).
  • Der Belgier Luca Brecel (17 Jahre und 1 Monat) ist der jüngste Qualifikant aller Zeiten, der es in die Endrunde zur Weltmeisterschaft geschafft hat.
  • Die Publikumslieblinge und lebenden Legenden Jimmy White und Steve Davis haben es nicht bis in die Endrunde geschafft.
  • Stephen Hendry ist zum 27. Mal in Folge im Crucible dabei.

Das Top-Spiel, um es mal wie im Fußball auszudrücken, der ersten Runde ist sicherlich die Partie zwischen Ronnie O'Sullivan und Peter Ebdon. Wow, was für eine Begegnung. Jeder halbwegs informierte Snookerfan weiß sofort, dass damit die unterschiedlichsten Charaktere der aktuellen Snookerära aufeinandertreffen. Auf der einen Seite der schnellste aktive Spieler (natürlich nach Tony Drago) der Welt, auf der anderen Seite der so oft am Tisch bedächtige Peter Ebdon, welcher mit seinen Denkphasen am Tisch so manchen Spieler zur inneren Weißglut brachte. Die erste Session dieser Begegnung startet am Montag, 23.04. um 15:30 Uhr. Eröffnet wird die Weltmeisterschaft mit der Partie des letztjährigen Weltmeisters, John Higgins, gegen Liang Wenbo am kommenden Samstag um 11:00 Uhr.

Sonntag, 18. März 2012

Er will doch nur spielen - Stephen Lee gewinnt das PTC Finale

Konnte seinen Erfolg kaum
fassen - Stephen Lee
Seit 20 Jahren ist der sympathische Engländer ununterbrochen auf der Maintour vertreten. Nun endlich, nach sechs langen Jahren, konnte Stephen Lee mal wieder einen Turniersieg der Maintour auf sein Konto buchen. Mit 4:0 gewann er das Finale der Players Tour Championship gegen Neil Robertson. Seinen letzten Titelgewinn, die Welsh Open, konnte er 2006 feiern.

Mit seinen 37 Jahren gehört Lee schon zu den alten Haudegen des Snookersports und erlebt derzeit seinen zweiten sportlichen Frühling. In 2008 rutschte er in der Weltrangliste aus den TOP 16 ab. Viele seiner Fans hatten ihn bereits abgeschrieben. Wiedererstarkt in 2012 peilt Lee nun sogar einen Platz unter den TOP 8 der Weltrangliste an. In seiner Siegesrede dankte Lee vor allem Barry Hearn (Chairman World Snooker): "Sechs Turniere pro Jahr waren einfach viel zu wenig. Der Druck war viel zu hoch. Snooker, mit all diesen Turnieren weltweit macht wieder richtig Spaß - ich wollte ich wäre 10 Jahre jünger."

Mittwoch, 14. März 2012

Irland im Mittelpunkt des Snookersports

Von heute an bis zum kommenden Wochenende findet in Galway, Irland, das Finale der Players Tour Championship statt.

Zu diesem Finale sind die besten 24 der PTC-Serie qualifiziert. Die PTC-Serie könnte man auch als Champions League des Snookersports bezeichnen. Sie setzte sich in dieser Saison aus 12 Turnieren in ganz Europa zusammen. Neben der amtierenden Nummer 1, Mark Selby, Publikumslieblingen wie Ronnie O'Sullivan und Judd Trump, Topspielern wie John Higgins, Neil Robertson und Stephen Maguire, werden im Fernsehen auch einige Spieler zu sehen sein, welche es nicht so häufig an einen TV-Table geschafft haben. Dazu gehören zum Beispiel der Gewinner des dritten PTC in dieser Saison, Ben Woollaston oder Mädchenschwarm Jack Lisowski. Auch der einzige irische Teilnehmer, Fergal O'Brien, freut sich auf die Studentenhochburg Irlands.

Das Besondere am irischen Event ist, dass das gesamte Turnier auf nur einem Tisch ausgetragen wird. Somit kann jeder Teilnehmer des Turniers schon jetzt auf seinen eigenen Sendeplatz im Fernsehen stolz sein. Dazu gibt es für den Gewinner auch noch 70.000 britische Pfund Siegesprämie. Leider müssen die irischen Snookerfans auf einige Snookerstars verzichten. Vorjahressieger Shaun Murphy, Mark Williams und Mark Allen haben die Finalrunde in Galway verpasst. Die bunte Mischung der teilnehmenden Snookerprofis und die Feierlichkeiten des St. Patricks Day am 17. März versprechen aber allen Snookertouristen ein unvergessliches Erlebnis in der irischen Provinz.

Begegnungen und Livescore unter www.worldsnooker.de

Sonntag, 4. März 2012

World Open - Mark Allen deklassiert Stephen Lee

Mark Allen
Jetzt wollte es Mark Allen aber wissen - mit 10:1 gewinnt der Nordire das Finale der World Open in China.

Endlich, nach nun bereits sieben Jahren als Profi, kann der 26-jährige seinen ersten Titel auf der Maintour feiern. Und das ausgerechnet in dem Land, über das er in der vergangenen Turnierwoche so dahergezogen ist. Auf Twitter hatte er die Turnierstadt Haikou als "horrendous" (entsetzlich) bezeichnet. In einem weiteren Tweet von ihm war zu lesen: ""Dead cat found this morning. Any wonder this place stinks. Must be dead cats all round the town." Doch nach dem ungefährdeten Sieg im Finale der World Open hatte Allen seine Meinung über die chinesicher Industriestadt revidiert. Er sagte: "Ich muss meine Meinung über China ändern. Hier konnte ich meinen ersten Turniergewinn feiern und so werde ich diese Stadt immer in guter Erinnerung behalten."

So schnell kann also eine Sinneswandlung stattfinden.